Eins steht fest: „The West is the Best!“ In 17 Kurzgeschichten durch die unglaubliche Landschaft der US-Westküste

Vorwort

Eine Rundreise durch den Westen der USA – unser langgehegter Traum wird wahr!
10 (Andi) bzw. 5 (Sofia) Jahre war es nun schon her, dass wir beide zum letzten Mal US-Amerikanischen Boden betreten hatten – viel zu lange aus unserer Sicht! Und so machten wir uns nach intensiver Planungsphase im September 2019 auf die Reise über den großen Teich, um im Zuge eines fast 4-wöchtigen Roadtrips die schönsten Orte der Westküste zu erkunden! Unsere Reise startete mit 3 Tagen Akklimatisierung in San Francisco, bevor wir uns mit dem Mietwagen auf die große Tour zu den schönsten Plätzen und Nationalparks aufmachten! Hier ein kleiner Überblick über die Stationen unserer Rundreise:

Route

Tagebuch

TagStreckeHighlightsKMh:mmUnterkunft
01San FranciscoAnreise, Union SquareBeresford Hotel
02San FranciscoWalking Tour:
Union Square, Chinatown, Dragon's Gate, Old Saint Marys Cathedral, Vallejo Street Stairs, Transamerica Pyramid (Montgomery Street), Coit Tower, Levi Plaza, Exploratorium, Pier 23 Cafe Restaurant & Bar, Pier 39, Fishermans Wharf, The Cannery, Ghirardelli Square
Bike Tour:
Ghirardelli Square, Place of Fine Arts, Sports Basement, Golden Gate Bridge, Sausalito Hausboote
Beresford Hotel
03San FranciscoAlcatraz, Boudin Bakery Fisherman's Wharf, Cable Car Hyde Street, Lombard Street, Filbert Street, Russian Hill, Ina Coolbrith Park, ONE65 Patisserie & BoutiqueBeresford Hotel
04San Francisco-Livermore-Oakdale San Francisco Premium Outlets Livermore167 1:54Holiday Inn Express Oakdale
05Oakdale-Yosemite NP-Fresno Yosemite Nationalpark, Yosemite Valley, El Capitan & Yosemite Falls view - Fotostop, Merced River, Lower Yosemite Falls, Valley View, Tunnel View, Glacier Point, Washburn Point, Mariposa Grove, Grizzly Giant Tree 349 5:25Motel 6 Fresno, CA - Blackstone North
06Fresno-Seqouia NP-Tehachapi Seqouia Nationalpark, Grant Grove, Grant Grove Village, General Grant Trail, Generals Highway, Lost Grove, General Sherman Trail, Congress Trail, Pinewood Picnic Area, The Giant Forest, Giant Forest Museum, Moro Rock, Tunnel Log390 5:15Fairfield Inn & Suites by Marriott Tehachapi
07Tehachapi-Death Valley NP-Las Vegas Alabama Hills, Death Valley Nationalpark, Father Crowley Point, Darwin Falls, Stovepipe Wells Village, Badwater, Artists Drive - Artists Palette, Zabriskie Point653 7:30Caesars Palace
08Las VegasChayo Mexican Kitchen (Frühstück), Las Vegas Strip, Bellagio, Fountains of Bellagio, Planet Hollywood Resort and Casino, Paris Las Vegas, Bally’s Las Vegas, Flamingo Las Vegas, Harrah’s Las Vegas, Venetian Resort Hotel, The Mirage, Toby Keith's I Love This Bar & Grill (Abendessen)0Caesars Palace
09Las Vegas-Valley of Fire-Hurricane Las Vegas Sign, Valley of Fire State Park, Atlatl Rock, Arch Rock, Mouse Tank Road, Rainbow Vista, White Domes, Crazy Hill, Seven Sisters, Elephant Rock, Hafen Park Picknick (Mesquite)292 3:55Comfort Inn & Suites Zion Park Area
10Hurricane-Zion NP-Kanab Zion Nationalpark, Angels Landing Trail, Scout Lookout, Temple of Sinawava, Riverside Walk, Zion Stadium, Zion Scenic Drive Viewpoint, Pine Creek Canyon Overlook Trail, Checkerboard Mesa112 1:45Comfort Suites Kanab National Park Area
11Kanab-Bryce Canyon NP-Tropic Paria Movie Set, Toadstool Hoodoos, Cottonwood Canyon Road, Bryce Canyon Nationalpark, Sunset Point,Navajo Loop Trail216 4:45Bryce Pioneer Village
12Tropic-Bryce Canyon NP-Escalante Rainbow Point, Yovimpa Point, Bristlecone Loop Trail, Ponderosa Canyon, Agua Canyon, Natural Bridge Overlook, Queens Garden Trail, Old Bryce Town, Highway 12, Hole-in-the-Rock Road, Devils Garden226 3:50Prospector Inn
13Esacalante-Capitol Reef NP-Blanding Highway 12, Head of the Rocks Overlook, Golden Hodoos, The Hogback, Homestead Overlook, Larb Hollow Overlook, Capitol Reef National Park, Panorama Point, Scenic Drive, Fruita Picnic Area,Factory Butte, Hite Overlook416 6:40Rodeway Inn & Suites
14Blanding-Monument Valley-Page Muley Point, Moki Dugway, Valley of the Gods, Goosenecks State Park, Forrest Gump Point, Monument Valley430 6:41Quality Inn View Of Lake Powell
15Page-Grand Canyon NP-Williams Antelope Canyon, Glen Canyon Dam, Grand Canyon Nationalpark, Desert View Watchtower334 4:30Quality Inn Near Grand Canyon
16Williams-Grand Canyon NP-Williams Grand Canyon Nationalpark, Rim Trail, South Kaibab Trail, Yaki Point, Ooh Aah Point, Mather Point, Bearizona Wildlife Park, Williams Historic District205 4:30Quality Inn Near Grand Canyon
17Williams-Joshua Tree NP-Joshua TreeRoute 66, Seligmen, Delgadillo’s Snow Cap, Delgadillos Gift Shop, Hackberry General Store, Cool Springs Station, Oatman, Joshua Tree Nationalpark, White Tank, Arch Rock564 6:40High Desert Motel
18Joshua Tree-Palm Desert Joshua Tree Nationalpark, Hidden Valley Nature Trail, Barker Dam Trail, Keys View, Jumbo Rocks, Skull Rock, Cholla Cactus Garden Trail, Bombay Beach, Salvation Mountain352 5:30Holiday Inn Express
19Palm Desert-Fallbrook Cabazon Outlets, Pumpkin Rock225 3:20Rodeway Inn Fallbrook Downtown
20Fallbrook-Laguna Beach Santa Rosa Plateau, Ortega Highway110 2:50The Inn at Laguna Beach
21Laguna Beach0The Inn at Laguna Beach
22Laguna Beach0The Inn at Laguna Beach
23Laguna Beach-Santa Monica Santa Monica Pier, Ocean Front Walk102 1:40Rest Haven Motel
24Santa MonicaUniversal Studios Hollywook, Venice Beach, Muscle Beach, Venice Skate Park66 1:30Rest Haven Motel
25Santa Monica-LAX Flughafen Abreise13 0:30

04.09.2019 San Francisco

Sicher nicht!!!“ Nach gefühlten 100 Kilometern am bleiern schweren Leihdrahtesel bei Windgeschwindigkeiten jenseits der Orkanstärke, geschwächt von einem heimtückischen Flugzeug-Schnupfenvirus (oder gar ein Corona-Vorbote?) und geplagt von menstruösischen Schmerzen hechelte ich den steilen Anstieg zur Golden-Gate-Bridge hinauf. Das ALLERLETZTE, wonach mir gerade der Sinn stand, war noch zu einem angeblich besonders sehenswerten Aussichtspunkt abzufahren, vor allem da die Sichtweite durch dichtesten Bay-Nebel gerade gefühlte 1,2 Meter betrug. Und da geht’s sicher NICHT auf die Brücke, wir müssen links fahren! Jetzt wars soweit, die wunderbaren Ausblicke von der im Sturm dröhnenden Brücke konnte mir nun gestohlen bleiben, Autos rasten auf 10 übervollen Spuren an uns vorbei, während ich auf dem schmalen Fahrradstreifen bei horrendem Seiten- und Gegenwind um jeden Meter und um mein schwankendes Gleichgewicht kämpfte. Gerade als wir beim ersten Drittel der Brücke angelangt waren, holte mich das urplötzlich überlaut tönende Nebelhorn der Brücke nun fast vom Rad. Vorbei wars mit der Freude über den schönen Radausflug, der uns auf die andere Seite der Golden-Gate-Bridge zu den lieblichen Hausbooten von Sausalito brachte. Dabei hatten wir sogar die Möglichkeit, diese ganz besondere Siedlung der bunten Wohnhausboote dank einer uns mit Vertrauen bevorschussenden Einwohnerin von der Nähe zu besichtigen. Vergessen auch die freudebringenden Shoppingschnäppchen als Gutschein für den Gegenwert der Rad-Leihgebühr. RUNTER von dieser Brücke will ich, sofort! Mehr als die Hälfte der Brücke noch immer vor uns. Weder nach rechts konnte ich blicken, meine Höhenangst ließ mir gleich den Schweiß auf die Stirn treten, noch nach links mitten in den dichten Feierabendverkehr, schon gar nicht nach oben, um die imposanten Pfeilerkonstruktionen zu bestaunen, da es mich dann sofort schwindelte. Also nur mehr nach vorne blicken, in die Pedale treten und los! Mit letzter Kraft das rettende Ende erreicht und nach kurzer Zeit des Kraftsammelns und im Blick zurück dann doch ein erhebendes Gefühl, über dieses Wunderwerk der Architektur und so bekannte Wahrzeichen San Franciscos mit eigener Kraft geradelt zu sein! Versöhnlich und gemächlich radelten wir wieder am Wasser retour Richtung Stadtzentrum, um uns am lieblichen Charme dieser auf vielen Hügeln erbauten Stadt zu erfreuen. Auch der wunderbare folgende Stadtspaziergang durch die vielfältigen bunten Wohnviertel von San Francisco am Vortag hatte uns schon zu einigen faszinierenden Orten wie durch Chinatown, zum Coit Tower und zum Pier 39 mit seinen berühmtenmit Seehunden geführt. Kurzum, wer könnte in dieser lieblichen Stadt denn auch nur länger als 5 Minuten schlecht gelaunt sein?!

Vergessen war wieder alle Qual, Radfahren durch SF war schon die beste Wahl!

07.09.2019 Yosemite Nationalpark

Immer aufwärts geht’s von der Küste San Franciscos in 4 Autostunden zum Yosemite National Park. Die zunehmende Höhe machte sich in meinen tief verschnupften Atemwegen mit abnehmendem Luftvolumen bemerkbar, so dass wir die voller Freude geplante Wanderung zu den Vernal und Nevada Falls leider gedanklich abhaken mussten. Jedoch ist alleine schon die Anfahrt ins Yosemite Valley ein landschaftlicher Genuss sondergleichen! Urwüchsige Wälder, glasklare Flüsse und imposante Felsformationen bilden gerade am „Hauptplatz“ des Nationalparks, dem sogenannten „Valley“ eine malerische Kulisse. Imposant erhebt sich die kerzengerade Felswand des „El Capitan“ 1000 Meter in die Höhe, die jedes Klettererherz zum Beben und mich zum Fürchten bringt, während andernorts die beeindruckenden Yosemite Falls über 700 Meter in die Tiefe stürzen! Wir wollen aber noch höher hinaus und schrauben uns über viele Serpentinen die Glacier Point Road Richtung Himmel. Jetzt wird’s endgültig dünn mit der Luft, aber der imposante Ausblick auf 2.200 Meter Höhe vom Glacier Point zum Half Dome, dem grandiosen Felsen mit der Adlernase raubt mir ohnehin alle Worte! Aus unserem treuen Begleiter, der prall gefüllten Picknickbox schnell ein Corona (ha!) und Knabbereien gefischt und fertig ist der perfekte Lunch-To-Go „with a view“! 😊. Zurück im Fahrzeug genießen wir noch den herrlichen Park ganz im „American Style“ vom Auto aus und statten bei unserer Ausfahrt aus dem Park noch den riesigen Mammutbäumen im Mariposa Groove einen ehrwürdigen Besuch ab!

09.09.2019 Sequoia Nationalpark

Danger! Bitte beachten Sie die große Höhe und planen Sie ausreichend Kraftreserven für den Rückweg ein!“ Huch? Worauf haben wir uns hier eingelassen?! Ein typisch amerikanisches Hinweisschild vor dem Abgang zum General Sherman Tree lässt mich stutzig werden. Das bunt gemischte Wanderpublikum vom Baby in der Trage bis zur Oma am Rollator zerstreut aber meine aufkeimenden Bedenken im Nu – wir werden es bis zum General Sherman Tree, dem größten Baum der Welt mit einer stattlichen Höhe von 84 Metern schaffen, auch wenn die größten Bäume der Welt, die Sequoia Trees nur in einer stattlichen Höhe von 1.600 bis 2.300 Meter Seehöhe wachsen, also schon weit jenseits der heimischen Baumgrenze. Der 1,6 Kilometer lange Rundwanderweg zum imposanten Chef aller Mammutbäume hinterlässt einem mit dezenten Nackenschmerzen, da man den steilen Blick nach oben von den Baumriesen fast nicht abwenden kann. Nun warmgewandert und auch sicher, dass die Kräfte für den Rückweg trotz Baumfieber reichen folgen wir dem weiteren Wanderweg „Congress Trail“, der uns zu noch imposanteren Baumgruppen bringt, unter denen man sich wirklich nur mehr wie ein Zwergerl fühlt. Durch gutes Haushalten mit unseren Energien war uns sogar noch ein Aufstieg auf den Moro-Rock möglich, von dem man aus traumhafte Fernsicht auf den wunderbar kalkweiß vor stahlblauem Himmel leuchtenden über 4000 Meter hohen Mount Whitney genießen kann, der perfekte Abschluss eines herrlichen Tages im Herzen der Sierra Nevada.

10.09.2019 Alabama Hills & Death Valley

Stahlblauer wolkenloser Himmel, knochentrockene heiße Luft, endlose Fernsicht. Was für ein Tag, um einen der heißesten und lebensfeindlichsten Orte der Welt zu besuchen! Doch zuerst stoppen wir auf unserem Weg in das „Tal des Todes“ bei den eher unbekannten Alabama Hills – ein unverdienterweise eher wenig bekanntes Highlight unserer Reise! Strahlend weiß hebt sich der über 4000 Meter aufragende Ostrand der Sierra Nevada gegen den tiefblauen Himmel, krönend thront der 4.421 Meter imposante hohe Mount Whitney über dieser unwirklichen Szenerie, während wir uns den Hills nähern. Auf übersichtlichen Rundwanderwegen erkunden wir diese wunderbaren bizarren bunten Granitfelsen und Bögen, während uns die kalifornische Septembersonne ordentlich einheizt! Tausende sanft gerundete Felsblöcke und Steinbögen bilden vor den spitz aufragenden Felszacken der Sierra Nevada einen unglaublich kontrastreiche Foto- und Genusskulisse!

Weiter geht die Reise ins nahe gelegene Death Valley, wo wir einen ganz speziellen Ort erkunden möchten, den man überall, aber sicher nicht in der trockensten, heißesten und lebensfeindlichsten Gegend der Erde vermuten würde – die Darwin Falls – eine sattgrüne Oase mit einem Wasserfall, und das mitten in der Wüste! Doch wie es so oft im Leben ist, die unglaublichen Erlebnisse muss man sich schon erarbeiten, und das trifft auch hier auf diesen ganz besonderen Ort zu. Je tiefer man in dieses Tal des Todes abfährt, desto schneller steigt die Temperatur, die 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) sind schnell geknackt und steigen munter weiter. Vom Highway aus quält sich der Mietwagen ca. 3 Kilometer über eine ziemlich ruppige Schotterpiste, wobei man schon mal Stoßgebete in den Himmel schickt, dass die Reifen bitte gerade jetzt nicht platzen mögen. Den einsamen Parkplatz erreicht, viel Wasser eingepackt, Hut aufs Köpfchen und ab geht’s zur ca. 40-minütigen Wanderung zur Wüstenoase. Im breiten Canyon immer den Fußspuren folgend, kein Schatten, keine Spur von Wasser und keine Farbe außer braun und grau so weit das Auge reicht, die Sonne heizt erbarmungslos vom Mittagshimmel – wo soll hier die Oase sein? Schweiß sprüht aus allen Poren und die erste Wasserflasche ist auch schon in einem Zug geleert, als wir plötzlich feuchte Stellen im Sand entdecken und erste zarte grüne Pflänzchen den braunen Wegesrand säumen, die kurze Zeit später sich zu einem richtigen Schilfgürtel auswachsen. Da! Eine glitzerblaue Libelle! Und da! Ein Rauschen? Das Rauschen eines Wasserfalles? Völlig unwirklich in dieser wüstenartigen Szenerie. Doch nach ein paar weiteren Metern wird die Temperatur merklich angenehmer, das dichte Grün noch satter und plötzlich glitzert ein richtiger Bach vor uns! Nach ein paar kleinen Bachüberstiegen können wir hinter einer Biegung dann unseren Augen nicht trauen, da rauscht doch wirklich ein richtiger Wasserfall in einer grünen, belebten Oase in einen kleines Felsenbecken. Ungläubig lassen uns auf einer Sandbank nieder, genießen die erfrischende Kühle und die unwirkliche Szenerie vor unseren Augen, wobei wir uns immer ins Gedächtnis rufen müssen, mitten in einer Wüste zu sein!

Gut, dass wir uns nochmals bei den Darwin Falls erfrischt haben, denn jetzt wird’s richtig heiß! Nach ca. einer weiteren Stunde Fahrzeit erreichen wir die Talsohle des Death Valleys, das Badwater Basin. Bei zarten 44 Grad Celsius mit heißen Wüstensturm, der sich anfühlt, als würde ein riesiger Haarfön auf einen gerichtet sein, bruzzeln wir dort am tiefsten Punkt der USA 85,5 Meter unter Meeresniveau. Im nun schon sanfter werdenden, jedoch um nichts kühleren späteren Nachmittagslicht genießen wir noch unglaubliche Farbspiele der Artist‘s Palette und am Zabriskie Point, wo die untergehende Sonne wunderbare Schattenspiele in die Sandsteindünen zeichnet. Just wow!

11.09.2019 Las Vegas

Rien ne va plus bei Sofia! Schnupfen, Hitze und Reisestrapazen zollen nun ihren Tribut, Sofias Körper verlangt nach einem Ruhetag, und da bietet sich doch die wahrscheinlich „ruhigste und gechillteste“ Stadt der USA an, Las Vegas! Und so eine Erkältung will natürlich stilgerecht in einer Suite im noblen Cesar’s Palace Hotel auskuriert werden! Und tiefer könnte der Kontrast vom Betreten des Hotels durch die endlosen lärmenden Spielhöllen im Erdgeschoss bis zur Ruheoase ganz weit oben im Hotelturm nicht mehr sein. Aber kaum hat man es sich gemütlich eingerichtet, jucken auch schon wieder die Hummeln im Hintern, diese aufregende Stadt zu erkunden. Und ein sanftes Ziehen in der Magengrube, was auch als Hunger gedeutet werden könnte, ist doch schon das erste Zeichen der Besserung! Wir wollen richtig stilgerecht amerikanisch schmausen und landen in der Burgerbar des Countrysängers Toby Keith. Eine „mittelältere“ Kellnerin im Cowboy-Look nimmt unsere Bestellung entgegen. Als sie den Rückweg zur Bar antritt, müssen wir beim Anblick der freizügigen Beinbekleidung, die das Popschi herausschauen lässt, doch sehr schmunzeln! Hier lassen wohl nicht nur die gschmackigen Burger den Besuchern das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Und schon bald hieß es wieder Bye Bye Vegas! Gut gestärkt und gut erholt erkunden wir auf unserer Weiterfahrt den ganz Nahe und unglaublich farbenprächtigen Valley of Fire Statepark, der uns mit brütendheißen Temperaturen, traumhaften Felslandschaften, menschenleeren Wegen und malerischen Straßenverläufen in seinen Bann zieht.

12.09.2019 Zion Nationalpark

Was ist denn hier los?! Dabei waren wir wirklich schon ganz früh auf den Beinen! Die Schlange am Eingangsportal des berühmten Zion Nationalparks reicht so weit das Auge blicken kann! Da der Nationalpark nicht mit dem Auto befahren werden kann, sondern man auf einen der Transportbusse warten muss, verkürzte sich der Menschenauflauf nur sehr langsam. Irgendwann wars dann auch für uns so weit, einen der begehrten Plätze im Bus zu ergattern. Eine kurze Fahrzeit später stiegen wir schon wieder aus, um den berühmten Anstieg zum Angel’s Landing in Angriff zu nehmen. Jedoch auch hier schoben sich schon von weitem viele bunte Menschenpunkte vor rotbraunem Steinhintergrund die steilen Serpentinen himmelwärts. Die Landschaft war jedoch wirklich zu malerisch, um diesen herrlichen Teil Uthas nicht besuchen zu wollen. Bei feinstem Sommerwetter starteten wir den steilen und imposanten Aufstieg hinauf zum berühmten Felsen. Da wir zeitig aufgebrochen waren, lag der meiste Anstieg noch im kühlen Schatten und so erreichten wir bereits ca. eine Stunde später das Plateau vor dem berühmten Felsen, wo sicher schon viele Wanderer vor Anstrengung die Engel singen hörten! Jetzt war es nur mehr ein kurzes Stück an Stahlseilen gesichert bis zum Landeplatz der Engel, doch was war das für ein Menschenauflauf!?! Ein Stau wie am Hillary Step des Mount Everests vor der Schlüsselstelle, die nur „einspurig“ begehbar ist. Die größte Gefahr bei diesem letzten Aufstieg geht eindeutig von den Wanderern und nicht vom Gelände aus, und so entschließen wir uns, den Abstieg anzutreten und uns noch den anderen Highlights dieses einzigartigen, aber von Besuchern regelrecht überlaufenen Naturjuwels zu widmen. Im Gänsemarsch arbeiten wir uns bis zu den sogenannten Narrows immer am Fluss entlang, einem immer schmaler werdenden, wasserdurchzogenen Canyon, der mit entsprechendem Schuhwerk auch begehbar ist. Eine bunte, gummibestiefelte Menschenmenge wälzt sich durch die Schlucht, da schauen wir uns das lustige Treiben lieber aus der Weite an. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen für ein Picknick am Flussufer, das wir nur mit ein paar aufdringlichen, aber herzerwärmenden Chipmunks teilen müssen. Auch im dichtest besuchtesten Nationalpark fanden wir ein herrliches Plätzchen zum Verweilen und Genießen, um noch lange die wunderbaren Eindrücke dieser einzigartigen Landschaft auf uns wirken zu lassen!

13.09.2019 Grand Staircase Escalante

Da waren wir also, am Absatz zur sogenannten großen Himmelstreppe, die uns immer höher in die aufregende Landschaft des Grand Staircase Escalante National Monument bringen sollte, einem weitläufigen Naturschutzgebiet im Süden Utahs.  Weit weg von den Völkerwandungen des Zions sollten wir bald überhaupt keine Menschen mehr sehen. Und schon bogen wir auf die malerische und einsame 47 Meilen lange Schotterpiste „Cottonwood Canyon Road“ ein. Auf dem Hinweg stoppen wir noch bei den sehenswerten Toadstool Hoodoos, die sich vor unserer Fotografierwut wohl am liebsten die Pilzhüte ins Gesicht gezogen hätten!

Aber nun ab auf die Off-Road-Schotterpiste und hoffen, dass den Reifen die nächsten 76 Kilometer nicht die Luft ausgeht! Eine herrliche Landschaft zieht an unseren Augen und am Autofenster vorbei und immer wieder stoppen wir bei imposanten Fotomotiven, nur um nach der nächsten Biegung noch herrlichere und immer bunter werdende Steinmotive zu entdecken! Gerade mal 2 Fahrzeuge begegnen uns auf dieser Fahrt, für die man schon über einen halben Tag einplanen muss. Aufgeregt fiebere ich der angekündigten Flussdurchquerung am Ende dieser Straße entgegen und schicke schon die ersten Stoßgebete in den Himmel, dass unser Mietwagen auch hoffentlich halbwegs wassergängig ist. Als wir aber kurz vor dem 50 Zentimeter breiten und 5 cm tiefen ausgedörrten Bächlein stehen, kann ich mich wieder entspannt zurücklehnen und gedanklich die Schwimmweste wieder ausziehen.

 14.09.2019 Bryce Canyon Nationalpark

Tropic!!! Hört sich exotisch an! Und wird uns immer im Gedächtnis blieben, denn plötzlich war er weg! Wer? Andreas! Abgetaucht ins tiefste Bierkoma, das Utah zu bieten hat! Ganz schön hinterfotzig, dieses Tropic! Liegt auf doch schon beachtlichen 2.400 Höhenmetern, die man auf der sanften Anfahrt über die sogenannte große Himmelstreppe Grand Staircase Escalante gar nicht wirklich merkt! Dieses Tropic! Betört uns noch mit einer urigen Countrybar, wo während mitreißender Live-Musik und bester Stimmung auch die feinsten Biere Utahs ausgeschenkt werden, welche jedoch nahezu den doppelten Alkoholgehalt unserer heimischen Gerstensäfte aufweisen! Dieses Tropic! Und wo Andreas noch gleich mein Bier dazu austrinken muss, da ich schon nach ein paar Schlucken merke, dass es dieses Zeug wirklich in sich hat! Nach einigen dieser auch wirklich köstlichen Spezialgetränken und einer ordentlichen Frischluftwatschen schaffen wir noch haarscharf die 50 Meter bis zur Unterkunft, bevor uns das Bierkoma ereilte! Aber diese frische Bergluft kuriert auch schnell wieder die benebeltste Birne aus und so machen wir und schon zeitig am Morgen auf die kurze Anfahrt in den herrlichen Bryce Canyon Nationalpark, der uns mit unglaublich sehenswerten gelb-orange-roten zackigen Felspyramiden in einer richtigen Steinarena fesselt! Entlang des Scenic Drive stoppen wir immer wieder, da wir uns an dieser Landschaft gar nicht sattsehen können. Ganz am Ende der Straße halten wir für eine kleine Rundwanderung, bei der einem aber schon die Höhenlage des Parks bis auf 2.700 Meter durch intensives Schnaufen ohne schnellen Schrittes gleich bewusst wird. Zum Abschluss dieses wunderbaren Tages wandern wir noch 2 Kilometer direkt hinunter in die Felsarena am sogenannten Rim-Trail, wobei man sich auch hier für den steilen Rückweg an den Kraterrand noch etwas Puste aufheben sollte. Bryce is really nice!

15.09.2019 Capitol Reef Nationalpark

Am nordwestlichsten Punkt unserer Reise schafft eine gigantische Falte in der Erdkruste die Grundlage des Capitol Reef Nationalparks, der sich im mittleren Süden Utahs befindet. Die rotbraun-leuchtenden Felsformationen, durchzogen vom wildromantischen Fremont River bilden eine wunderbare Kulisse für der Durchquerung dieses Naturjuwels. Klare, frische Luft macht hungrig und so finden wir schon nach kurzer Zeit einen idealen Picknick-Platz, an dem wir uns an unseren mitgebrachten Köstlichkeiten aus der Kühlbox laben können. Der Besuch bei Wallmart in den USA könnte ja auch schon als eigene Attraktion gesehen werden, die unerschöpfliche Vielfalt an kulinarischen Verlockungen verleitet natürlich zum Kauf von vielen unbekannten Köstlichkeiten, die natürlich dann auch verzehrt werden möchten! Als feine Speisenbegleiter fungieren meistens Mini-Bud-Lights und Corona-Bier aus Dose und Flasche. So gut wie hier hat der Lunch-To-Go noch selten gemundet! Ein Stopp am imposanten Glen Canyon mit unglaublichen Tiefblicken runden unseren Tag noch perfekt ab!

16.09.2019 Monument Valley

Wie stellt man sich eine Straße vor, die auf nur 4,8 Kilometern Länge einen fast senkrechten, 335 Meter tiefe Felsabbruchkante überwindet? In extrem engen und steilen Serpentinen führt der Moki Dugway an der Kante entlang in die Tiefe. Wer ins malerische Valley of the Gods möchte, muss auch auf göttliches Glück hoffen, dieses Straßenstück ohne viel schweren Gegenverkehr gut zu überwinden! An der Talsohle angekommen wartet schon das beeindruckende Valley of the Gods, der kleine Bruder des berühmten Monument Valleys, eine einsame 30 Kilometer lange Schotterpiste durch eine atemberaubende Wild-West-Szenerie. Die beeindruckenden tiefroten Sandsteinformationen sind nach brütenden Hennen, Gockelhähnen oder Schlachtschiffen benannt und auch als solche erkennbar! Wir verabschieden uns von unserer letzte Station in Utah, denn unser nächster Stopp, das Monument Valley, liegt schon hinter der Grenze in Arizona, nicht jedoch noch vorher am berühmten Forrest Gump Point das berühmte Lauf-Forrest-Gump-Foto geschossen zu haben!

Von weitem erblicken wir schon die weltberühmten, tafelbergartigen Sandsteinformationen, die man aus vielen Wild West Filmen oder von der Marlboro-Verpackung kennt. Wunderbare Bauschewolken überziehen die Szenerie und verleihen der Landschaft eine noch selten erlebte Tiefe. Der schotterpistige Scenic Drive führt uns zu den schönsten fotografischen Hotspots, rote Felsen bilden vor blauem Himmel und weißgrauen Wölkchen eine malerische Kulisse. Die Kamera glüht und das Handy blitzt, diese einzigartigen Momente müssen nicht nur im Herzen festgehalten werden! Und einmal im Monument Valley den Sonnenuntergang erleben, dann heißt es noch Herberge suchen, und im Dunkel der Nacht finden wir noch unseren Weg ins über 2 Stunden entfernte Page am Lake Powell.

17.09.2019 Glen Canyon und Antelope Canyon

Nein, ich will nicht im Keller schlafen! Na super! Das letzte Zimmer noch spätnachts in Page ergattert, und der Portier weist uns den Weg von der Lobby einen Stock tiefer. Kellerzimmer hin oder her, hundemüde fallen wir sogleich in einen tiefen Schlaf. Gleich nach dem Aufwachen interessiert mich, was sich denn hinter der breiten vorhangverhangenen Terrassenscheibe verbergen mag?! Der Blick in einen dunklen Lichtschacht, in einen Hinterhof? Siehe da, das strahlende goldene Morgenlicht blendet mich so sehr, dass ich gleich gar nicht erkenne, dass wir mit direktem Blick auf den imposanten Glen Canyon Dam nächtigen! Wow, doch ein Glückstreffer und kein Rohrkrepierer, das Zimmer!

Unweit von Page befindet sich der eindrucksvolle, aber leider Gottes heillos überlaufene Antelope Canyon. Den Besuchern werden im 15-Minuten-Takt Time Slots vergeben, wo man mit einem Guide durch dieses unglaubliche Naturjuwel regelrecht „gepeitscht“ wird. Da es aber leider keine andere Möglichkeit gibt, diesen Ort zu besuchen, geben wir uns die volle Menschendröhnung unter der Erdkruste. Intensiv bemüht, um uns in diesem Menschenauflauf nicht zu verlieren, alle Foto- und Selfiewünsche zu erfüllen scheucht unser Führer uns durch die engen unterirdischen Gänge. Doch auch unter diesen suboptimalen Bedingungen erlebt man diesen sogenannten Slot Canyon, mit seinen rot-gelb-braun in allen Farben gestreiften Gesteinsschichten mit spektakulärem Lichteinfall ganz intensiv, da dieser Ort einfach zu magisch ist, um ihn sich durch die vielen Mitbesucher stören zu lassen.

18.09.2019 Grand Canyon Nationalpark / Bearizona

Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch erreichen wir noch am Vorabend den South Rim des weltberühmten Grand Canyons. Da stand fest, das müssen wir uns nochmals näher ansehen! Also zeitig am nächsten Morgen den Wanderrucksack geschnürt, diese atemberaubende Schlucht muss zu Fuß erkundet werden! Bis zu 1.800 Meter tief blickt man von den Aussichtspunkten auf den Grund des Canyons. Vom Mather Point, einem spektakulären, von überdimensionalen, ausgefressenen Squirrels bevölkerten Aussichtspunkt starteten wir unsere Wanderung immer an der Kante des Canyons entlang, bis wir den in Serpentinen sich hinabschlingenden Weg zum sogenannten Ohh-Ahh-Point erreichen. Während am Rand des Grand Canyons kühle Winde über die Abgründe fegen, steigt die Temperatur mit jedem Meter, den wir tiefer in den Schlund des Canyons stiegen rasant an und die heiße Sonne brannte erbarmungslos in den Talkessel. Auf über 2000 Meter Höhe muss man sich seine Kräfte auch gut einteilen, und so ging es nach einer kurzen Rast an diesem Point wieder retour zum Rand des Canyons.

Nach so viel schweißtreibende Action wollten wir jetzt Naturerlebnis und Bequemlichkeit mit einem Besuch des sogenannten Bearizona-Parks geschickt kombinieren. Im typisch amerikanischen Style kann man in diesem Drive-In-Safaripark mit dem Auto durch die Tiergehege, die insbesondere Bären beherbergten, kurven. Ein herzerwärmendes Erlebnis! Noch eine Runde, und noch eine Runde, und noch eine Runde!!! Nach kurzer Zeit haben wir aufgehört, die Runden im Bärenland zu zählen, so fesselnd war es, badende, sonnende und herumstreifende große Schwarzbären hautnah hinter der Autoscheibe zu beobachten. Die Bären haben sich wohl an ihre kuriosen Besucher mittlerweile gewöhnt, aber ob das alles zum Wohle der Tiere ist darf natürlich auch hinterfragt werden.

19.09.2019 Route 66

Die besten Hot Dogs der Welt zum Frühstück? Warum nicht, schließlich kommt man wohl nicht sehr oft nach Seligman, dem Herzstück der historischen Route 66. Und schließlich möchte man ja auch gestärkt sein, um die vielen spannenden Fotomotive mit ohne vor Hunger zitternder Hand einfangen zu können! Rostige und aufpolierte Oldtimer, bunte Reklameschilder, wuchtige Zapfsäulen, man wähnt sich in einem Ort der 70iger direkt am Highway 66!

Weiter ging die Reise zum Hackberry General Store. Kaum dem Auto entstiegen fühlen wir uns wie mitten in einem Easy-Rider-Movie! „Born to be Wild“ donnert eine Live-Band vor dem Laden, während eine große Gruppe Harley-Fahrer rasant ihre heißen Öfen vor dem Laden abschwingt, um sich eine kühle Erfrischung einzuverleiben! Der bunte Laden ist auf jeden Fall einen Stopp und Besuch wert, so viel authentisches Route 66-Flair gibt es wohl nirgendwo!

Wild-West Feeling des old Arizona erlebten wir noch in der nur mit wilden Eseln bevölkerten Geisterstadt Oatman. Die Ladenbesitzer können die neugierigen Tiere nur mit Wasserspritzen aus den Geschäften jagen!

20.09.2019 Joshua Tree Nationalpark

Danger – bad air quality! Und das in diesem idyllischen Naturjuwel mitten in der Wüste? Das Schild bei der Einfahrt in den Joshua Tree Nationalpark irritiert uns etwas. Strahlend blauer Himmel, eine sanfte Brise, perfekte Bedingungen. Warum sollte die Luft hier so schlecht sein? Ein tiefer, prüfender Atemzug ließ uns nichts Gefährliches Erschnüffeln und so setzten wir unseren Weg in dieses Paradies fort. Herrliche Steinformationen scheinbar wahllos in der Landschaft verteilt und dazu die so markanten und für den Park namensgebenden Josua Palmlilien, auch bekannt als Joshua Trees, denn diese Lilien werden wirklich richtig hohe Bäume! Wir genießen kleine Rundwanderungen auf ausgeschilderten Pfaden, die tiefe allumfassende Ruhe und diese herrliche Szenerie.

Erst bei der Auffahrt zum Key Views mit diesigem Tiefblick in das darunterliegende Coachella Valley und zum Salton Sea wird uns klar, warum es hier doch ein Problem mit der Luftqualität haben könnte, trägt doch der permanente Westwind den übermächtigen Smog aus dem nicht weit entfernten Los Angeles beständig in die Berge und damit auch in den Joshua Tree Nationalpark hinauf. Einen Naturpark kann man eben leider nicht von allen Umwelteinflüssen isolieren.

21.09.2019 Salton Sea

Der größte See Kaliforniens, mit einem deutlich höheren Salzgehalt als Meerwasser und auch das Baden kann nicht empfohlen werden? Wie kann das sein? Der Salton Sea ist wohl die größte Katastrophe in der kalifornischen Umweltgeschichte. Der 1905 durch einen aufgrund heftiger Schneeschmelze übertretenden Colorado River entstandene See mit 1000 Quadratkilometern Fläche mutetet damals als Geschenk des Himmels an. Die traumhafte Naturkulisse zog Reich und Schön an, es entstand eine edle Riviera. Da der See jedoch leider über keinen Abfluss oder durch Regenfälle an Frischwasserzufuhr verfügte, kippte er im Laufe der Zeit um. Das einstige „Geschenk des Himmels“ stinkt nun eher ganz zum Himmel. Viele in den See gespülte Düngemittel- und Pestizide gaben ihm noch den letzten Rest. An Baden im See ist nun nicht mehr zu denken. Der traurige Niedergang des Sees hat nicht nur in der Natur, sondern auch bei seinen Anrainern Spuren hinterlassen. Heruntergekommene, verfallene Siedlungen ziehen heute nur mehr Aussteiger und sozial am Rande stehende Menschen an.

Und mitten in dieser trostlosten Szenerie findet man ein buntes Kunstwerk, welches man dort nie vermuten würden. Den Salvation Mountain! Der Künstler Leonard Knight schuf einen künstlichen, aus Lehm, Stroh und Farbe bestehenden Hügel, der die Botschaft „Gott liebt alle“ in die Welt hinaustragen soll. Beeindruckend, sehens- und liebenswert!

22.09.2019 Laguna Beach

Der Weg an die Küste war noch weit und brachte uns noch einige Stunden Fahrt im Mietwagen, um als krönenden Abschlusses unseres einmaligen Roadtrips noch ein paar Strandtage zur Erholung an der Küste zu erleben. Und nach der langen Autofahrt dann genüsslich eine Zigarette rauchen, dachte sich da Andreas nach unserer Ankunft in Laguna Beach. Und was braucht man als Raucher, der in ein paar Tagen in eine mindestens einjährige Nikotinabstinenz eintreten möchte und daher seine vorerst letzten Tage im „Raucherleben“ noch richtig genießen möchte, bestimmt nicht!? Einen Aufenthalt in Laguna Beach, dem Nichtraucherparadies Kaliforniens! Seit 2017 ist Rauchen in der Öffentlichkeit und an allen öffentlichen Orten verboten. Na bravo! Und dabei haben wir uns nach tausenden Kilometern durch die schönsten Regionen der US-Westküste auf ein paar gemütliche und erholsame Tage gefreut. Andreas nahm es mit Humor und subtiler Unterstellung, dass ich unsere Erholungstage vielleicht schon als Einstimmung auf den Rauchstopp gezielt ausgesucht hatte. Es blieb bei ein paar verstohlenen, hastigen und von Schwindel begleiteten Zügen von der Zigarette in einer uneinsichtigen Seitenstraße, Genussrauchen geht wohl anders! Trotz dieses kleinen Malheures waren die gemütlichen Strandtage in Laguna Beach im herrlichen Hotel „Laguna Inn at the Beach“ der perfekte Ausklang unserer Reise, um nochmals alle Stationen Revue passieren zu lassen.

25.09.2019 Los Angeles

LA! Da waren wir nun angekommen, an der letzten Station unseres 23-tägigen Roadtrips mit 1000en von Eindrücken und nochmal so vielen Bildern! Ein 10-spuriger, hochfrequentierter Highway führte uns zu unserem letzten Ort des Verweilens, Santa Monica. Ein wunderbarer bunter Ort zum Flanieren, Bummeln und die Seele baumeln lassen. Wir gönnen uns einen ausgiebigen Strandspaziergang am über 5 Kilometer langen Santa Monica Beach. Zwischen kalifornischen Surfertypen, auftrainierten Muskelprotzen und leicht nachgeholfenen Beach-Bodys bewegen wir unsere original-österreichischen schnitzelgetrimmten, 4 Wochen lang mit USA-Fastfood-gestählten Luxuskörper am Strand entlang und werden so wohl leider nicht als die neuen Stars entdeckt werden. Aber wir bereiten uns gedanklich auf unseren letzten vollständigen Tag auf US-Boden vor, dem Besuch der Universal Studios in Hollywood!

Tief durchatmen. Reinsetzen. Anschnallen. Nicht in die umliegenden, freudvoll erregten Gesichter der kleinen Kinder schauen. Die erste Hochschaubahnfahrt in meinem Leben! In der Harry-Potter-Kinderwelt-Hochschaubahn! Mit meiner ausgeprägten Höhenangst eine richtige Challenge! Ich bin bereits schweißgebadet, als sich der kleine Zug in Bewegung setzt und immer höher in den Himmel fährt, bis der höchste Punkt erreicht ist und die Bahn gefühlt ungebremst Richtung Boden rast. Und es macht … Spaß! Nochmals! Und nochmals will ich fahren! Und auch gleich weiter zum Jurassic Park Simulator, jetzt bin ich richtig gefesselt von der ganzen Action hier! Leider wäre die Wartezeit für die Dino-Bahn zu lange gewesen, und so ein Tag in den Universal Studios rast nur so dahin! Kaum drehe ich mich um, kommt uns schon ein überlebensgroßer täuschend echt wirkender Dinosaurier entgegen. Ich darf ihn sogar kurz streicheln und es scheint, als gefällt es ihm! Er gurrt wie eine Taube! Unglaublich realistisch sind alle Figuren in diesem Fantasy-Park gestaltet. Weiter zur Waterworld Show, zum Animal Kingdom, alle Erlebnisse sind unglaublich liebevoll und aufregend gestaltet! USA Science Fiction at its best!

Die Universal Studios in LA Hollywood haben uns ihren Bann gezogen und sind ein krönender Abschluss unserem unglaublich vielfältigen USA Westküsten-Roadtrips im September 2019!

23 Tage USA Westküste

einmaliges befreiendes Lebensgefühl, imposante Großstädte, atemberaubende Natur, einzigartige Landschaften, freundliche und hilfsbereite Menschen, einmalige und unvergessliche Naturparks, immerwährender Sonnenschein und blauer Himmel, über 5000 gefahrene gemütliche und entspannende Autokilometer mit den besten Country-Songs als Hintergrundmusik, fast tägliche Mexican Bowls von Taco Bell und viele Picknick-Stopps mit Corona (BIER!) und Bud Light. So wird uns dieser einmalige Roadtrip für immer in bester Erinnerung bleiben! USA – wir kommen wieder!